Mehr bewegen
Vorrangiges Ziel der A EE ist die konsequente Nutzung der erneuerbaren Energien bei gleichzeitiger Ausschöpfung aller Effizienzpotenziale. Indem sie die energiepolitischen Rahmenbedingungen aktiv mitgestaltet, schützt sie die Umwelt, fördert den Wirtschafts- und Innovationsstandort Schweiz und schafft so nachhaltige Arbeitsplätze. Und das auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene und über Landesgrenzen hinweg.
Anschluss verpasst?
Nie hat die Schweiz mehr Energie verbraucht: 900’040 Terajoule im Jahr 2008. Dazu trugen alle bei: private Haushalte, Industrie- und Dienstleistungsbetriebe und vor allem der Verkehr. Dieser Energiehunger kostet uns 32,6 Mrd. Franken – allein an direkten Kosten – und verursacht Millionen Tonnen CO2-Emissionen, die Mensch und Umwelt belasten.
Mit erneuerbaren Energien – Sonnen- und Windenergie, Kleinwasserkraft, Biogas, Biotreibstoffe und Umweltwärme – liesse sich ein grosser Teil unseres Strom- und Wärmebedarfs schon heute CO2-frei und wirtschaftlich vorteilhaft decken. Wie anders sähe die Schweizer Energie- und Klimabilanz zudem aus, wenn die Anwendung zeitgemässer Effizienzstandards bei Bau und Sanierung von Gebäuden sowie eine nachhaltige Mobilität mit aller Konsequenz vorangetrieben würden.
Doch trotz offensichtlicher Fortschritte wird das Potenzial der erneuerbaren Energien und effizienten Energienutzung vorsätzlich oder aus Unwissenheit unterschätzt. Dabei zeigt schon ein Blick über die Grenze, was eine nachhaltige Energiepolitik bewirken kann: Seit Einführung des heutigen Erneuerbare-Energien-Gesetzes im Jahr 2000 hat Deutschland die Stromproduktion aus Windenergie um den Faktor 5, aus Biomasse um fast 10 und aus Photovoltaik um mehr als 62 vervielfacht! Heute decken erneuerbare Energien aus Wind, Biomasse, Umweltwärme und Sonne fast 10 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs. Damit spart Deutschland jährlich die unvorstellbare Menge von 112 Mio. Tonnen CO2 ein. Gleichzeitig erzielt die deutsche Industrie allein mit der Errichtung und dem Betrieb von EE-Anlagen 28,7 Mrd. Euro Umsatz und schafft fast 280'000 Arbeitsplätze (Quelle: BMU, Erneuerbare Energien in Deutschland 2008, April 2009).
Auch in der Schweiz ist der Trend hin zu erneuerbaren Energien und effizienzfördernden Massnahmen positiv – doch wesentlich langsamer: Heute werden nur rund zwei Prozent unseres Strombedarfs aus neuen erneuerbaren Energien (d.h. ohne Grosswasserkraft) gewonnen. Bis 2030 sollen lediglich 5400 GWh mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden, so sieht es das Energiegesetz (EnG) vor. Bereits seit 2001 übertrifft Deutschland diesen Wert – Jahr für Jahr. Auch die USA und andere Staaten investieren enorme Summen in den erneuerbaren Ausbau ihrer Energieversorgung – und damit in ihre zukunftsfähigsten Industrien. Diese Dynamik wird sich weiter verstärken, während die Schweiz ihre Möglichkeiten und Eigeninteressen vernachlässigt.
Anders als etwa in der Verkehrspolitik, wo die Schweiz zu den innovativsten Ländern Europas, wenn nicht der Welt, zählt, verlieren wir zunehmend den Anschluss an die Länder, die eine erneuerbare und effiziente Energiepolitik mit Nachdruck verfolgen. Warum?
Viel ist geschehen – viel mehr muss geschehen
Als Interessensvertretung von Verbänden und Unternehmen fördert die A EE den Dialog zwischen energiepolitischen Interessensgruppen und hilft, gemeinsame Vorgehensweisen zu entwickeln. Sie informiert die Öffentlichkeit und Entscheidungsträger aus Politik und Wirtschaft über aktuelle Entwicklungen und Programme einer nachhaltigen Energiepolitik. Die ihr angeschlossenen Fachverbände leisten die Information und Beratung zu verfügbaren Produkten und Lösungen sowie Aus- und Weiterbildung.



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