
Energie aus Holz
Holz ist in der Schweiz zuhauf vorhanden, wächst beständig nach und ist erst noch klimafreundlich. In jüngster Zeit erfährt der erneuerbare Energieträger Holz eine Renaissance, das Potenzial ist jedoch noch lange nicht ausgeschöpft.
Holz weist als Energieträger diverse Vorteile auf: Holz wächst nach, ist CO2-neutral, erhöht die Versorgungssicherheit der Schweiz und stärkt die Volkswirtschaft. Holz lässt sich dabei sowohl zur Gewinnung von Wärme wie auch für die Stromproduktion nutzen.
Mit Holz heizen – Technologien zur Energiegewinnung
Die Wärmegewinnung durch Verbrennung ist nach wie vor die wichtigste Technik, Holz als Energiequelle zu nutzen. Die Erzeugung von Strom ist dort sinnvoll, wo die anfallende Wärme möglichst vollständig nutzbar ist (Wärme-Kraft-Koppelung).
Dank grosser technischer Fortschritte sind moderne Holzheizungen aller Kategorien äusserst schadstoffarm und erzielen Wirkungsgrade von rund 90 Prozent. Neue Technologien wie die Vergasung sind noch nicht marktreif. Die Herstellung von Treibstoff aus Holz ist ein dagen ressourcenökonomischer Unsinn.
Zum Heizen und zur Wärmeerzeugung werden Stückholz, Holzpellets oder Holzschnitzel verbrannt:
Stückholz: Stückholz ist nach wie vor weit verbreitet. Der klassische «Spältenkessel» im Keller ist auch heute noch die gebräuchlichste Art, Einfamilienhäuser mit Holz zu beheizen. Dank Automation und neuer Verbrennungs- und Speichertechnik muss die Stückholzfeuerung auch bei grosser Kälte nur noch einmal täglich eingefeuert werden. Mit Holzheizungen im Wohnbereich (Zusatzheizungen) lassen vor allem in der Übergangszeit wirksam fossile Energien einsparen.
Holzpellets: Erst seit 1998 kommen Holzpellets zum Einsatz. Holzpellets sind max. 50 Millimeter lange „Stäbchen und benötigen dank ihrer hohen Energiedichte wenig Lagerplatz. Sie bestehen aus getrocknetem und gepresstem Sägemehl und Hobelspänen aus der Holz verarbeitenden Industrie. Die Dichte von Holzpellets ist eineinhalb bis zwei mal höher als jene von Stückholz. 2 kg Holzpellets erzeugen bei der Verbrennung die gleiche Energie wie 1 l Heizöl.
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Holzschnitzel: Automatische Holzschnitzelfeuerungen werden schon seit Jahrzehnten erfolgreich für die klimafreundliche Beheizung von grossen Gebäuden, Industriebetrieben und den Betrieb von Nahwärmenetzen eingesetzt.
Mit Holz Strom erzeugen – Technologien zur Energiegewinnung
Aus Holz wird nicht nur Wärme, sondern auch Strom gewonnen. Für die Stromerzeugung aus Holz und holzartiger Biomasse gibt es eine Vielzahl von Technologien.
- Bestehende Verfahren erzeugen über die Verbrennung mit nach geschaltetem Dampfprozess (z.B. Wasser- oder ORC-Dampfturbine, Dampfmotor) Strom.
- Heute laufende Entwicklungen streben die Vergasung des Holzes an. Das erzeugte Gas kann Gasmotoren oder -turbinen antreiben. Der Betrieb von Brennstoffzellen ist noch Zukunftsmusik.
Holzenergie heute
Globale Umweltprobleme und Ressourcenknappheit sorgen dafür, dass einheimische, erneuerbare und CO2-neutrale Energieträger wie Holz energiepolitisch wieder stark an Bedeutung gewinnen. Vor dreissig Jahren deckte Holz gerade noch etwa 1,5 Prozent des schweizerischen Gesamtenergieverbrauchs ab. Heute sind es knapp vier Prozent, Tendenz steigend. Am Wärmemarkt hat Holz heute einen Anteil von gut sieben Prozent.
Das Potenzial von Holzenergie
Im Schweizer Wald wachsen jährlich um rund neun bis zehn Mio. Kubikmeter Holz nach. Davon nutzen wir durchschnittlich nur fünf bis sechs Mio. Kubikmeter. Weitere Quellen mit grossem Potenzeial sind Resthölzer aus der Holzverarbeitung, Flur- und Altholz. Das heute ungenutzte Potenzial erlaubt etwa eine Verdoppelung der aktuellen Nutzung des erneuerbaren Energieträgers Holz.
Politik und Wirtschaft
Die Nutzung von Holzenergie wird im Rahmen des Programms EnergieSchweiz des Bundesamtes für Energie (BFE) gefördert.
Seit dem 1. Januar 2009 werden erneuerbare Energien (u.a. Holzenergie) durch die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) gefördert. Allerdings sind die Mittel zurzeit bereits ausgeschöpft. Zudem bestehen in einigen Kantonen Förderprogramme für Holzheizungen sowie für Pilot- und Demonstrationsanlagen.



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