
Geothermie: Wärme aus der Erde
Erdwärme stellt eine nachhaltige neue erneuerbare Energiequelle dar, mit der Wärme und Strom erzeugt werden können. Sie ist einer der viel versprechendsten Energieträger der Zukunft.
«Geothermische Energie» oder «Erdwärme» nennt man die Energie, die als Wärme unter der Erdoberfläche gespeichert ist. Sie entsteht hauptsächlich durch den Zerfall natürlich vorkommender radioaktiver Elemente tief im Erdinnern.
Technologie Geothermie
Das Erdinnere ist mehrere tausend Grad Celsius heiss. Dies macht sich die Geothermie zunutze:
Mit vertikalen Erdwärmesonden, Grundwasserbrunnen, Geostrukturen wie Energiepfählen, Thermalwasser und Tunnelwässer können Gebäude beheizt werden. Dies geschieht meist mit Hilfe einer Wärmepumpe. Zunehmend wird das Erdreich auch zum Kühlen von Gebäuden eingesetzt. Im Winter wird dem Boden Wärme entzogen, im Sommer zur Klimatisierung mit der gleichen Technologie Wärme wieder zugeführt. Der Untergrund übernimmt dabei die Funktion eines saisonalen Wärme- und Kältespeichers.
Mit heissen Grundwasservorkommen oder Energie aus dem trockenen Grundgebirge kann aus grösseren Tiefen, ab einer Temperatur von 100 Grad Celsius, auch Strom erzeugt werden.
Geothermie heute
Bei der Nutzung von Erdwärme mittels Sonden ist die Schweiz weltweit führend. 2008 wurden in der Schweiz 1’590 GWh geothermische Energie genutzt, davon rund 75 Prozent aus Erdwärmesonden-Anlagen.
Die Technologie des «Enhanced Geothermal Systems» zur Stromerzeugung steckt noch am Anfang der Entwicklung. Aktuell wird in der Schweiz noch kein Strom aus Geothermie produziert. Bei Basel ist im Rahmen des «Deep Heating Mining»-Projekts die erste kombinierte Grossanlage in Planung. Sie soll 10'000 Haushalte mit insgesamt 6 MW Strom und 2'700 Haushalte mit 17 MW Wärme versorgen.
Das Potenzial von Erdwärme
Erdwärme ist CO2- und emissionsfrei und erneuerbar. Generell nimmt die Temperatur pro 100 m um 3°C zu. Das bedeutet, dass in 100 m Tiefe eine Temperatur von 13°C, in 200 m von 16°C herrscht. In diesen Tiefen findet keine jahreszeitliche Temperaturbeeinflussung statt.
Die Nutzung von Geothermie sowohl zum Heizen und Kühlen wie auch zur Stromerzeugung steigt weltweit an. Erdwärme beherbergt ein immenses Potenzial – auch in der Schweiz.
Politik und Wirtschaft
Seit dem 1. Mai 2008 ist die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) in Kraft. Diese stellt schweizweit eine wichtige Massnahme zur Förderung der Stromproduktion aus Geothermie und anderen erneuerbaren Energiequellen dar.
Um der Geothermie zum Durchbruch zu verhelfen, werden weitere Fördermassnahmen und intensive Forschung notwendig sein.
>> mehr zur Kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV)
>> mehr zu den Positionen der AEE
Für die Entwicklung der Geothermie in der Schweiz und ihre Förderung in Wirtschaft und Politik setzt sich die Schweizerische Vereinigung für Geothermie ein.



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